Was haben pepita, Hahnentritt , Stresemann und glencheck gemeinsam?

Pepita, Hahnentritt , Stresemann und Glencheck als Rapport

Zuerst einmal handelt es sich bei allen diesen Bezeichnungen um Stoffmuster. Diese Muster heißen fachsprachlich Rapport und bezeichnen sich wiederholende Elemente in der Stoffoberfläche, die dem Stoff durch Webart oder Strickmuster, Farbbad oder Druck ein besonderes Gepräge geben. Wenn der Rapport beim Weben entsteht, werden die Muster durch die unterschiedlichen Arten der Bindung oder durch die unterschiedliche Farbe der Fäden gestaltet.

Diese Vier sind ganz besondere Stoffmuster, die alle auf eine lange Tradition zurückblicken können. All diese Stoffmuster werden für verschiedene, meist klassische Kleidungsstücke und auch für Kochhosen traditionell eingesetzt. Natürlich finden auch andere Stoffmuster Verwendung. Doch diese vier stehen in der Gunst der Designer für klassische Kleidungsstücke ganz oben.

Glencheck

Der Glencheck wurde nach den englischen Worten glen, Bergschlucht, und Check, hier Karo, benannt. Entsprechende Kontraste drückt dieses Muster auch aus: Über einem eng gelegten Karomuster verläuft ein weiteres Karomuster, je stärker der Kontrast gewählt wird, desto rustikaler wirkt der Stoff. Der Name stammt aber daher, dass das Glencheckmuster in den Clantrachten der schottischen Berge verwendet wurde. Es wird üblicherweise für Tagesbekleidung eingesetzt, vom Hemd bis zum Anzug, manchmal auch für Krawatten.

Hahnentritt

Auch der Hahnentritt gehört zu den klassischen Mustern, die vor allem für konservative Kleidung eingesetzt werden. Hier werden zwei Farben in Leinwandbindung zum Karomuster gewebt, dass ein wenig an die Fußspuren eines Hahns erinnert. Die Karos sind nicht gerade begrenzt, sondern die Ecken laufen über die Karos hinaus spitz zu, herkömmlich neigen sie sich im Uhrzeigersinn. Der Hahnentritt wurde früher häufig als Muster für Sakkos oder Anzüge eingesetzt, heute hat ihn eher die Damenwelt für ihre Kostüme erobert.

Pepita

Pepita ist dem Hahnentritt ähnlich, hier sind es kleine, meist schwarz-weiße Karos, die diagonale Verbindungen haben, die das typische Bild hervorrufen. Das Muster ist nach der berühmten spanischen Tänzerin Josefa de la Oliva benannt, die vor allem in Deutschland Erfolge feierte. Ihr richtiger Vorname Josefa wird im spanischen mit dem Kosenamen Pepita bedacht, außerdem ist auch noch ein Wortspiel enthalten: Pepita de la Oliva heißt Olivenkern, an den dieses Stoffmuster entfernt erinnert.

Stresemann

Das Stresemann-Muster drückt sich in schlichten schwarz-grauen Streifen aus und wurde vom früheren Reichsaußenminister Gustav Stresemann 1925 als Parlamentsanzug eingeführt. Eigentlich stammt das Muster von den Hosen des Cutaways, der nach damals üblichem Protokoll in der politischen Öffentlichkeit getragen werden musste. Stresemann trug die Hosen des Cutaways nun aber zu einer bequemeren Jacke, weil er sich zwischen Büro und Reichstag nicht immer umziehen wollte. Der Name dieses Stresemann-Anzugs übertrug sich auf das Hosenmuster. Das Muster wurde für die Hosen klassischer Tagesanzüge eingesetzt, die zu Anlässen auch förmlicher Natur getragen werden konnten.

Vielfalt für Kochhosen

Kochhosen gehören in den Bereich der klassischen Arbeitsbekleidung, in dem keine Extravaganz geduldet wird. Zur weißen Kochjacke ist Weiß mit Schwarz oder Grau angesagt, allenfalls in legeren Betrieben, beispielsweise Ausflugsrestaurants, kann die Farbe der Hosen auch in anderen gedeckten Tönen gewählt werden.

Aber die Muster sind traditionell festgelegt, die Hosen des Kochs werden klassisch in pepita, Hahnentritt, Stresemann und Glencheck-Muster angeboten, das ergibt immer ein gepflegtes Bild zur weißen Kochjacke.